Ein Blick zurück: 50 Jahre Lustiges Taschenbuch

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Es gibt bestimmte Dinge, die verbinde ich sehr stark mit meinen Kindheitstagen. Zum Beispiel die eine spezielle Schokoladentorte, die meine Mutter mir zu meinem 7. Geburtstag gebacken hat. Oder meine große Kassettensammlung, die sich über die Jahre von Benjamin Blümchen über Bibi Blocksberg zu den Drei ??? gewandelt hat.
Und dann gab es dann noch meine heiß geliebten Comics. Mein erster Berührungspunkt war damals die obligatorische „Micky Maus“-Zeitschrift, die mich sehr stark mit Disney in meinen jungen Jahren in Berührung gebracht hat. Bis meine Mutter mir dann meine erste Ausgabe des Lustigen Taschenbuchs mit 6 Jahren geschenkt hat.

Und seitdem war es damals um mich geschehen: Ein Ausflug zum Supermarkt war nie komplett ohne einen Blick in den Comicständer voll mit unterschiedlichsten Ausgaben des Lustigen Taschenbuchs. Und das Tolle: Es gab nicht immer nur die neueste Ausgabe, wie es bei Comics und Zeitschriften generell immer der Fall ist, sondern auch ein toller Mix aus vielerlei alten Ausgaben.

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Ein schmerzhafter Zahnarztbesuch wurde mit einem Lustigen Taschenbuch „belohnt“. Und plötzlich war der taube Mund nicht mehr ganz so schlimm. Auch bei einer OP mit acht Jahren waren die Lustigen Taschenbücher meine absoluten Begleiter durch eine Woche im Krankenhaus. Es hat abgelenkt. Genauso abgelenkt wie auf einer langen Busfahrt nach Spanien. Eine Reise ohne ein Lustiges Taschenbuch? Unvorstellbar. Es hat einen in den richtigen Momenten immer in eine neue Welt transportiert.

Und jedes Mal wurde der Comicständer im Zeitschriftenladen oder Supermarkt durchgestöbert, nach neuen spannenden Geschichten, die mich irgendwie faszinierten. Meine absoluten Favoriten: die Mickey Maus-Geschichten. Ich war schon immer Mickey-Fan, weil ich seine klare, analytische Art mochte. Genau deswegen war er oft Detektiv – und das hat meinen Nerv als junges Mädchen komplett getroffen. Donald hingegen brachte mich schon als Kind immer durch seine nervöse und leicht cholerische Art auf die Palme. Und oft verschwommen reale Welt und Comicwelt miteinander: Zum Beispiel in der Geschichte „Abenteuer in Disneyland“ in der Ausgabe 131 („Herzlichen Glückwunsch, Micky!“), die 1985 zum 30. Jubiläum des Disneyland California erschienen ist.

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Die Geschichten waren dabei immer „König“ und oft so kreativ und spannend inszeniert, dass sie oftmals auf TV-Serien-Niveau wie die TV-Kultserien „Ducktales“ oder „Chip und Chap: Ritter des Rechts“ lagen. Viele Anspielungen aus der damaligen Pop-Kultur habe ich erst im Nachhinein in einem deutlich späteren Alter verstanden. Beispielsweise gibt es die fabelhafte Mysterygeschichte „Das Geheimnis von Twin Goof“ (Ausgabe 182 „Die Zauberglocke“), die klare Referenzen auf die Kultserie „Twin Peaks“ aufwies. Damals als Kind war die Story einfach nur spannend. Aber mit der Erwachsenenbrille hat die Geschichte plötzlich durch die Anspielungen viel mehr an Essenz bekommen. Großartig!

Ich wurde größer, und damit änderten sich auch meine Lesegewohnheiten. Comics verschwanden nach und nach aus meinen Regalen und meine Lustigen Taschenbücher wurden – wie auch bei vielen anderen in unserer Generation – im Keller eingelagert. Wegwerfen kam für mich damals nie in Frage. Dafür hatte ich die Comics doch zu lieb gewonnen. Wenn ich gewusst hätte, dass dies der Anfang vom Ende gewesen ist, hätte ich es sicherlich anders gemacht. Denn wie das Schicksal es wollte, fielen meine Ausgaben einem Starkregen, bei welchem unser Keller voll lief, zum Opfer. Alle Lieblingsausgaben waren futsch. Und damit auch ein kleiner, feiner Teil meiner Kindheit.

Aber das Schöne ist ja: Jede einzelne Ausgabe kann nachgekauft werden. Und dieses Jahr gibt es sogar etwas ganz Besonderes, denn das Lustige Taschenbuch feiert 50-jähriges Jubiläum. In diesem Zuge sind viele Sammeleditionen erschienen, die vor allem für Nostalgiker wie mich als eine Art „Throwback“ wie gemacht sind. So gibt es seit 7. November die 500. Ausgabe zum Jubiläum mit Wendecover.

Mein absoluter Favorit ist allerdings die Fan Edition als Box mit fünf Ausgaben, in denen die besten Geschichten – gewählt durch die Fans im letzten Jahr – zusammentragen wurde. Macht sich nicht nur toll im Regal, sondern ist auch ein toller Wermutstropfen für alle, denen die Sammlung ähnlich wie bei mir abhanden gekommen ist. Im Egmont Shop findet ihr diese und weitere tolle Jubiläumseditionen für eure Sammlung. Und wer sich jetzt seine Sammlung aufbauen möchte, hat zudem HIER die Möglichkeit auf ein tolles Abo-Angebot: 13 Ausgaben + Ausgaben gratis on top + schicke Donald Duck-Umhängetasche.

Und ebenfalls richtig fein: In den Hackeschen Höfen in Berlin gibt es ebenfalls seit 7. November 2017 einen exklusiven LTB Pop-up Store, in dem ihr nicht nur Ausgaben des Lustigen Taschenbuchs kaufen könnt, sondern auch exklusive Sammelausgaben und Merchandise. Zudem werden auch einige Disney-Zeichner live vor Ort sein. Ein Besuch lohnt sich sicherlich allemal!

Ihr seid gefragt: Habt ihr noch Lustige Taschenbücher-Schätze zuhause? Oder habt ihr vielleicht sogar ein laufendes Abo? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

2 Gedanken zu „Ein Blick zurück: 50 Jahre Lustiges Taschenbuch

  1. Die gab’s in meiner Kindheit natürlich auch. Die standen bei uns im Flur im Regal. Besonders toll waren die Buchrücken, die dann nebeneinander ein Bild ergaben. Spitze. Meine Lieblingsgeschichten waren die, in denen große Klassiker der Literaturgeschichte (oder auch allgemein Weltgeschichte) mit den Ducks nacherzählt wurden. Famos! Und ich erinnere mich auch an mitunter lehrreiche Storys,, wie eine, wo die Ducks geschrumpft werden und mit einer Art Raumschiff durch ein Platt fahren und uns so erklären wie ein Blatt aufgebaut ist, was Chlorophyll ist und so weiter.
    Was ich meist weggeblättert habe, waren Micky Maus Geschichten. Mit denen konnte ich kaum etwas anfangen. Micky, Mini, Karlo, Trudy, Panzerknacker – nee…Dann lieber Dagobert, Donald, Daisy, tick, Trick, Track, Dussel, Gustav, Oma oder auch Quacky!

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  2. Meine Schwiegermutter kauft brav und artig jede neue Ausgabe und zuerst liest sie, danach die Tochter und zuletzt ist mein Ehemann an der Reihe… Danach geht jede Ausgabe zurück „nach oben“ und wird in einem Regal auf dem trockenen wie Hochwasser geschütztem Dachboden archiviert. Die unzähligen Bilder der Rückenschilder sind echt hübsch anzuschauen🔝🖒

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