Hamilton Hamburg | Kritik: Lohnt sich das Musical auf Deutsch?

Der Hype ist endlich in Deutschland angekommen: HAMILTON hat in Hamburg seine große Premiere gefeiert. Ich durfte bei der Medienpremiere im Stage Operettenhaus einen Tag vor der großen Deutschlandpremiere dabei sein – und für euch auschecken, ob HAMILTON in Hamburg genauso gut funktioniert wie in New York, London & Co. All das und vieles mehr erfahrt ihr in der neuen Folge vom Disney Podcast Feenstaub & Mauseohren.

Wenn ihr fleißige Disney+ Zuschauerinnen und Zuschauer seid, wenn ihr Disney Musik mögt oder ihr auf Musicals steht, dann seid ihr früher oder später auf HAMILTON gestoßen. Seit der Premiere in 2015 in New York bricht das Musical von Lin-Manuel Miranda (VAIANA, ENCANTO, IN THE HEIGHTS) alle Rekorde. Und nun wurde diese Erfolgsshow erstmals in eine andere Sprache übersetzt. HAMILTON auf Deutsch – kann das funktionieren? Wie gut ist die Übersetzung? Wie gut ist der Hamburger Cast? Und was sagt der Schöpfer Lin-Manuel Miranda dazu?

Hört das und vieles mehr in der neuen Podcast-Folge. Mit dabei: Viele O-Töne der Darstellerinnen und Darsteller aus HAMILTON, dem Übersetzer-Team Kevin Schröder und Sera Finale und ein exklusives Interview mit Schöpfer Lin-Manuel Miranda. Hört rein!

Die große Deutschlandpremiere von HAMILTON

Es ist vielleicht die Musicalpremiere des Jahres gewesen: Nach über sieben Jahren ist HAMILTON auch endlich in Deutschland zu sehen. Stage Entertainment betitelt Hamilton als „Die Musical-Revolution“ – und ich bin echt kein großer Fan von Marketing-Floskeln und Claims, aber hier muss ich wirklich sagen: Es stimmt einfach. Hier werden Dinge getan, die man so in der Form noch nie im Musicalgenre in der Form gesehen hat. Es ist authentisch, es ist anders. Man vermischt hier Musikgenres wie HipHop, Pop, Soul und vieles mehr. Auch die Choreografien sind unglaublich zeitgemäß und clever. Deswegen sieht HAMILTON so modern aus – und klingt so modern, wie es kaum ein Musical zuvor getan hat.

Der besondere Funke von HAMILTON sprang an der Medienpremiere auch aufs Publikum über: Die Atmosphäre war wirklich sehr gespannt und enthusiastisch. Es wirkte so, als hätten die Menschen nur auf HAMILTON in Deutschland gewartet. Und tatsächlich war es toll zu sehen, dass die Gäste an sehr vielen Stellen auch gejubelt, gejohlt und Szenenapplaus gegeben haben wie auch in den englischsprachigen Produktionen. Und noch mehr: Es gab hier und da sogar noch etwas mehr Applaus, weil die Leute auch lautstark auf die deutsche Übersetzung reagiert haben.

Ein neuer Musicalerfolg in Hamburg

Fühlt sich der Musical-Hit so an wie in New York oder London? HAMILTON ist auch in Hamburg 1:1 dieselbe Show, die man auch an anderen Orten weltweit erleben kann. Wir haben dasselbe ikonische Bühnenbild und dieselben wundervollen Kostüme ebenfalls in Hamburg. Und doch fühlt sich die Show in Hamburg anders an, jedoch keinesfalls schlechter. Im Gegenteil: Mit der Hamburger Produktion habe ich plötzlich ganz neue Facetten kennengelernt. Das lag sowohl an der deutschen Besetzung als auch an der deutschen Übersetzung.

Das Stück amerikanische Geschichte wird zum Leben erweckt von einem Cast, der deutschlandweit seinesgleichen sucht und zu den besten Ensembles derzeit gehört. Hier kommen 34 Darstellerinnen und Darsteller aus gleich 13 verschiedenen Nationen zusammen. Alle sind durchweg ein absoluter Genuss. Wie viel Talent, wie viel Spielfreude da auf der Bühne steht, ist beeindruckend. Da haben wir Benet Monteiro als sehr verbissenen Alexander Hamilton, der als Nicht-Muttersprachler die Rap-Parts unglaublich beeindruckend meistert. Gino Emnes als Widersacher Aaron Burr steht ihm in nichts nach und hatte mich mit seiner elektrisierenden Performance von „In diesem Zimmer“ („The Room where it happens“) beinahe zu einer Standing Ovation während der Show gebracht. Mehr über die weiteren Hauptrollen könnt ihr in der Podcast-Folge hören.

Lohnt sich Hamilton auf Deutsch?

Viele deutsche HAMILTON-Fans waren skeptisch, ob die Show auf Deutsch überhaupt funktionieren wird. Was mich sehr beruhigt hat: Die Produzenten haben sich mit Kevin Schröder einen erfahrenen Musicalübersetzer (SISTER ACT, ALADDIN, DIE EISKÖNIGIN) geschnappt und ihm den Berliner Rapper und Songwriter Sera Finale an die Seite gestellt. Er kennt sich bestens mit zeitgemäßer deutscher Sprache in der Popmusik aus, denn er hat Songs u. a. für Sido & Andreas Bourani, Culcha Candela, Namika, Marteria, Deichkind, Capital Bra und noch viele mehr geschrieben. Gute Voraussetzungen also für ein herausforderndes Übersetzungsprojekt.

Wurde die große Herausforderung gemeistert? HAMILTON funktioniert auf Deutsch tatsächlich überraschend gut. Im ersten Moment mögen die Zeilen noch ungewohnt klingen, aber es sind viele kreative Stellen dabei, die nur vor Wortwitz sprühen. Ich saß da und musste alle paar Minuten grinsen, lachen oder irgendwie reagieren auf die Art, wie man hier Lin-Manuel Mirandas Texte übersetzt ins Deutsche hat. „You’ll be Back“ („Schon bald“) hätte man vermutlich nicht besser auf Deutsch übersetzen können. Und da gibt’s noch so viele weitere Songs in der deutschen Version von HAMILTON, denen man dieses Prädikat ebenfalls ausstellen kann.

Alles zur Hamburger Produktion mit vielen O-Tönen und einem exklusiven Interview

Für mich ist HAMILTON ein Herzensthema. Deswegen erlebt ihr in der Podcast-Folge zu HAMILTON in Hamburg nicht nur meine Meinung zum Musical und der deutschen Version, sondern auch spannende O-Töne und Kommentare von den Darsteller:Innen wie u. a. Benet Monteiro, REDCHILD und Jan Kersjes. Auch die beiden Übersetzer Kevin Schröder und Sera Finale sprechen über die Herausforderung bei der deutschen Übersetzung. Und etwas ganz Besonderes gibt es ebenfalls: Ich durfte mit Schöpfer Lin-Manuel Miranda exklusiv im Interview zu HAMILTON in Hamburg sprechen. Wir plaudern über seine Karriere, über HAMILTON auf Disney+, die deutsche Übersetzung, aber auch ein wenig über die kommende Realverfilmung von Arielle die Meerjungfrau.

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HAMILTON
Seit 6. Oktober im Stage Operettenhaus in Hamburg


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Für die Rezension und Kritik durfte ich die Medienpremiere mit freundlicher Unterstützung von Stage Entertainment besuchen. Meine Meinung bleibt jedoch meine ganz eigene.

Bilder: Stage Entertainment / Morris MacMatzen

2 Gedanken zu „Hamilton Hamburg | Kritik: Lohnt sich das Musical auf Deutsch?

  1. Eigenartigerweise habe ich auch andere auch andere Kritiken gelesen. Von schwerer Verständlichkeit der deutschen Texte war die Rede. Von Problemen beim nachvollziehen des Handlungsstranges (u.a. auch deswegen). Sicherlich auch von einer euphorischen Premiere, was bei handverlesenen Gästen und durch die Bank Kennern und Fans des Stücks nicht ungewöhnlich ist.

    Ich bin ein großer Fan des Originals, aber kein Fan von deutschem Rap (reim dich oder ich fress dich) und würde deshalb vor einem Besuch gerne Ausschnitte in deutsch sehen. Fancy Werbespots überzeugen mich nicht.

    1. Es gibt immer unterschiedliche Meinungen – und ja, die kenne ich auch, kann ich aber nicht zu 100% nachvollziehen. Das Problem, die Story nachvollziehen zu können, ist aber schon in der Originalversion vorhanden, weil das Stück – u. a. auch wegen der schnellen Erzählweise und schnellen Lyrics – eben komplex ist und „wir“ tendenziell auch nicht ganz so tief in der Thematik Amerikanische Gründerväter / US-Historie drin sind. Ich habe schon früher Freundinnen und Freunden geraten, sich vorher die Synopsis auf Wikipedia durchzulesen, um es dann in der Show besser verstehen zu können. Hat immer sehr geholfen.
      Ansonsten hilft da nur: Einfach reingehen und anschauen. Für mich persönlich ist die deutsche Hamilton Version eine der besten deutschen Musicalübersetzungen seit langem – und die Meinung hat sich nach ein paar Wochen später sogar noch gefestigt.

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