Interview: Florence Kasumba über „Black Panther“ und „Der König der Löwen“

florence-kasumba-black-panther-interview-spinatmaedchenAuf nach Wakanda: „Black Panther“ sorgt derzeit weltweit im Kino für wahre Begeisterungsstürme. Denn im Vergleich zu vorherigen Superheldenverfilmungen aus dem Hause Marvel dominieren nicht nur Superhelden und Actionszenen die Story, sondern auch gesellschaftlich äußerst aktuelle und relevante Themen.

Mit von der Partie ist Florence Kasumba als Ayo, Mitglied von Black Panthers Leibgarde Dora Milaje. Was viele nicht wissen: Florence ist in Uganda geboren, jedoch im Ruhrpott aufgewachsen und wohnt in Berlin. Ich durfte mit ihr über ihre Anfänge bei Disneys Musical „AIDA“, ihren aktuellen starken Auftritt in Marvels „Black Panther“ und ihr kommendes Projekt – die Realverfilmung von Disneys „Der König der Löwen“ – sprechen.

Starke Frauenrollen haben deine Karriere bestimmt. Dabei hat dein Durchbruch 2003 auch damals schon mit Disney und einer selbstbewussten Frau begonnen – nämlich als Erstbesetzung der Hauptrolle in der Deutschlandpremiere von Disneys Musical „AIDA“ in Essen. Wie hat dich diese Rolle geprägt?

Florence Kasumba: „AIDA“ war eine ganz spezielle Erfahrung. Ich wurde damals für die letzte Runde nach New York eingeladen, um dort vor dem gesamten Disney Team vorzusingen. Nachdem feststand, dass ich die Hauptrolle bekomme, hat mich über ein Jahr kaum jemand außerhalb des Theaters gesehen. Es war meine erste Hauptrolle und ich habe meine ganze Energie in die tägliche Performance gesteckt. Ich war es bis dahin schon gewohnt, 8 Shows in der Woche zu spielen, aber als Titelfigur mit vielen Songs musste ich meine Kraft sehr gut einteilen. Ich habe in dem Jahr schauspielerisch viel gelernt und war so gut für das, was danach kam, vorbereitet.

Ziemlich schnell hat es dich von der Theaterbühne vor die Kamera verschlagen – wie zum Beispiel für den Sonntagabend-Fernsehklassiker „Tatort“ und „Das Vermächtnis der Wanderhure“. Wie kam es zu dieser Weiterentwicklung?

Florence Kasumba: Schon während meines Studiums habe ich vor der Kamera gestanden. Ich wurde 2000 für einen niederländischen Kinofilm besetzt. Spielte eine Studentin, die sich im Urlaub verliebt. Trotz der positiven Erfahrung wollte ich in den darauf folgenden Jahren als Musicaldarstellerin arbeiten. 2005 habe ich in dem Musical „Cats“ mitgewirkt. Es gab ein Casting für einen Tatort und den Job habe ich erhalten. Ab dem Zeitpunkt stand ich mal auf der Bühne, mal vor der Kamera.

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Und dann kam Marvel mit der Einführung deiner Rolle als Ayo in „Civil War“: Wie hast du dich auf das Marvel Cinematic Universe vorbereitet? Marvel-Filmmarathon, Comics pur oder hattest du deine ganz eigene Herangehensweise an dieses Filmuniversum?

Florence Kasumba: Ich lese bei Dreharbeiten nur das aktuelle Drehbuch und möchte mich nicht beeinflussen lassen. Ich bin z. B. froh, dass ich die Comic-Reihe „Black Panther – World of Wakanda“ von Ta-Nehisi Coates, Roxane Gay und Yona Harvey nicht vorher gelesen habe, da ich Ayo etwas anders interpretiere.

In „Black Panther“ ist Ayo eine Kämpferin der Leibwache Dora Milaje rund um den König T’Challa, auch bekannt als „Black Panther“. Ein Superheld, der von einer Frauengarde beschützt werden muss. Was schoss dir durch den Kopf, als du das erste Mal von diesem starken Frauenbild erfahren hast?

Florence Kasumba: Für mich war es nicht das erste Mal, dass ich von so einem starken Frauenbild erfahren habe. Vor meinen „Black Panther“-Dreharbeiten stand ich schon als Amazone vor der Kamera. Ich hab mich sehr gefreut, als der Anruf kam mit der Info, dass ich zu Black Panthers Leibwache gehöre.

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Und du lebst Frauenpower auch am Set: Ich habe gehört, dass du deine Stunts alle selbst machst – was nicht gerade selbstverständlich ist. Dazu gehört sicherlich auch viel körperliche Vorbereitung?

Florence Kasumba: Ich mache seit einigen Jahren Kampfsport. Im November 2016 haben wir mit dem gemeinsamen Training für die Kampfszenen angefangen. Anfang Januar 2017 war „Black Panther“-Drehbeginn. Obwohl unsere Arbeitstage sehr lang waren haben wir weiterhin vor oder nach dem Dreh trainiert. So waren wir gut vorbereitet.

„Black Panther“ lebt nicht nur durch sein Storytelling, seine Action-Szenen und seine Charaktere, sondern auch durch die gesellschaftlich höchst aktuellen Themen: Feminismus, Gleichberechtigung, Kampf gegen den Rassismus. Kommt hier ein neuer Wind in den klassischen Superheldenverfilmungen auf?

Florence Kasumba: Kein neuer Wind, eher ein Sturm, denn der Film ist sehr politisch und die Message ist eindeutig.

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Es gibt auch nach „Black Panther“ ein weiteres Wiedersehen mit dir. Bei einem der mit Sicherheit ambitioniertesten Live-Action-Verfilmungen von Disney bist du mit von der Partie: „Der König der Löwen“ mit u. a. Beyoncé, Chiwetel Ejiofor und Donald Glover. Wie fühlt es sich an, Teil eines solch besonderen Projekts mit einer wirklich hochkarätigen Besetzung zu sein?

Florence Kasumba: Ich mag die Arbeit mit Jon Favreau (Regisseur) und hatte schon meine ersten Tage mit den Darstellern in L.A. Ich denke, dass ich nach der Black Panther Premiere viel mehr Zeit habe, um mich auf die weitere „Lion King“-Arbeitstage zu konzentrieren. Der Film kommt erst 2019 ins Kino und später darf ich auch mehr berichten.

Und du hast bereits auch schon in der Musicalversion von „Der König der Löwen“ in Hamburg die Rolle der Hyäne Shenzi gespielt, die du auch in der Realverfilmung verkörpern wirst. Bühnen- und Filmversion haben und werden sicherlich ihre ganz unterschiedlichen Besonderheiten haben. Angenommen, du müsstest zwischen Bühne und Kamera wählen: Für was würdest du dich entscheiden?

Florence Kasumba: Ich würde mich gar nicht entscheiden, sorry.

Vielen lieben Dank für das Gespräch!

Lust bekommen, mit Florence Kasumba als Ayo in die Tiefen Wakandas einzutauchen? Dann ab ins Kino!

BLACK PANTHER
Seit 15. Februar 2018 in deutschen Kinos

Fotos: Janine Guldener / Marvel / Disney

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