Chaos im Netz: Interview mit Anna Fischer über Vanellope und andere Disney-Prinzessinnen

Am Donnerstag geht’s endlich ins Internet mit Ralph und Vanellope: In Deutschland startet der neue Disney-Animationsfilm „Chaos im Netz“, das langersehnte Sequel zur bunten Gaming-Comedy „Ralph reichts“ von Walt Disney Animation. Und was freue ich mich: Endlich dürfen wir wieder das Freundschaftsduo Ralph und Vanellope erleben und mit ihnen raus aus der Game Central Station und mitten hinein in die aufregende Welt des Internets.

In der deutschen Synchronfassung von Disneys „Chaos im Netz“ verleiht – wie bereits auch im ersten Teil – die deutsche Schauspielerin Anna Fischer („Wir sind die Nacht“, „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“) der kleinen quirligen, frechen Gaming-Prinzessin Vanellope von Schweetz ihre Stimme. Ich durfte im Interview mit Anna in Berlin ein wenig plaudern – über ihre Rolle als Vanellope, Disney-Prinzessinnen, deutschen Wortwitz und ihre Musicalszene in „Slaughter Race“.

Anna, du bist in „Chaos im Netz“ schon zum zweiten Mal als Vanellope zu hören – und zwar wirklich spritzig und toll. Wie war es für dich, Vanellope erneut zu sprechen?

Ich fand’s super! Ich hab vorher schon gecheckt, dass es vielleicht einen zweiten Teil gibt. Und dann hieß es „Wir machen jetzt einen zweiten Teil und du bist dabei!“ – und es war geil. Ich bin reingekommen, es war wieder das alte Team – nicht ganz, aber der Regisseur war der gleiche. Und wir haben einfach losgelegt. Es war einfach geil, die Farben zu sehen, die „Kleene“ zu sehen in Aktion – und sofort bist du wieder drin. Mir macht es einfach unheimlich Spaß, weil sie mit dem Kopf durch die Wand geht. Sie ist nicht die typische Prinzessin mit ihrem Kleidchen. Alles ist Zeitgeist. Wir brauchen in unserer Gesellschaft nicht mehr irgendwelche Prinzessinnenkleidchen, sondern jeder kann dazu stehen, wie er ist. Natürlich, wenn derjenige Bock hat, sich zu verkleiden oder Prinzessin zu sein, dann kann man auch träumen und es ist auch wunderbar. Aber es geht auch anders – und das ist so wichtig.

RALPH BREAKS THE INTERNET

Gerade bei „Chaos im Netz“ geht es um Freundschaft und vor allem darum, seine Träume zu leben und das zu machen, worauf du wirklich Bock hast – auch wenn deine Freunde sagen „Hey, ist eigentlich kacke!“, da ist dann auch oft das Ego dabei. Aber ein richtiger Freund sagt auch „Go for it! Alles, was dein Herz dir sagt: Mach‘! Ich glaub dir, ich bin bei dir.“. Ich glaube, das kennen wir alle von unseren echten Homies. Das ist so wichtig.

Es gibt diese wunderbare Szene mit den Disney-Prinzessinnen. Du hast sicherlich hier Heldinnen deiner Kindheit getroffen. Welche ist diejenige, die du am meisten bewunderst?

Ich muss ganz ehrlich sagen: Der erste Disney-Film, in dem ich jemals im Kino war, war „Arielle die Meerjungfrau“. Natürlich habe ich zu Arielle eine ganz besondere Beziehung, einfach weil da das erste Mal die Disney-Welt vor mir war. Ich finde Pocahontas auch ganz toll – wie sie durch den Wald rennt und mit den alten Bäumen redet. Das ist ein bisschen spirituell, ein bisschen mystisch. Das fand ich ganz ganz spannend. Natürlich finde ich auch die, die keiner verstanden hat – Merida – super cool, auch richtig geil. Klar, Schneewittchen und so – das sind die ganz alten Märchen, da sind wir alle mit aufgewachsen. Und natürlich ist Disney eine Welt, die alles kreiert, die alles Schöne, Fantastische zulässt und einen Kreativpool hat – wie sie an die Filme kommen. Dass sie erst einmal einem Writer’s Room sitzen, wo alles möglich ist. Disney ist krass – einfach nur krass.

Aber hat sich denn dein Blick auf die Prinzessinnen nicht durch die Szene verändert?

Ich bin froh, dass ich Vanellope habe, auf jeden Fall. Ich denke ja immer: Alles hat seine Berechtigung. Selbst Arielle, egal wie sie ist: Sie hat Millionen Mädels damals verändert. Wir bewegen uns ja auch in einer Zeit: Die Mädels von heute… das fängt ja schon an mit dem Schönheitsideal: Dick, dünn, was auch immer. Wir dürfen ja zulassen, dass wir als Frau ein bisschen mehr auf den Rippen haben. Es ist alles kein Problem mehr. Wir bewegen uns in einer Zeit, in der alles als „schön“ empfunden werden kann. Damals sind es andere Richtlinien gewesen, das verändert sich ja auch alles.

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Hattest du mal eine Phase gehabt, in der du eine richtig klassische Prinzessin sein wolltest?

Nein – weil das nie hingehauen hat. Ich hatte Ballett gemacht und war nicht die typische Balletttänzerin. Ich war beim Fasching immer die Katze oder der Cowboy. Die Prinzessin ist etwas Wunderschönes. Aber das bin ich nicht. Ich bin auch wunderschön, das will ich gar nicht sagen. Aber ich bin nicht die typische Prinzessin, die sich retten lassen muss, sondern ich kann das alleine.

Da spricht aber stark dein Film-Charakter aus dir.

Deswegen ist ja Vanellope anscheinend irgendwie zu mir gekommen. Oder ich habe sie geholt. Natürlich gibt es auch Parallelen. Ich würde mich auch nicht so stark machen für „Vanellope“ und „Ralph reichts“, wenn ich das nicht gut finden würde, und wenn ich nicht dahinter stehen würde, was die Message uns eigentlich sagen soll.

Wie kompliziert ist es, deutschen Wortwitz auf amerikanische Vorlagen zu synchronisieren?

Schwierig. Wir hatten beim Synchronsprechen teilweise schon überlegt, welchen Witz wir daraus machen. Es ist so spannend mit den Sprachen, weil wir so unterschiedliche Sprachen haben – und trotzdem das irgendwie zu übersetzen und schneller zu sein, und trotzdem den Witz zu behalten, dafür musst du aber schneller reden. Oder es viel länger ziehen. Oder du musst dir irgendetwas ausdenken. Das ist super spannend und das macht die Synchronisation aus. Sonst bräuchten wir das ja gar nicht. Wir in Deutschland haben ja einen anderen Humor, andere Vergleiche. Du kannst nicht Stars wie in Amerika nehmen, die super bekannt sind – die kennen wir natürlich auch. Aber wir haben andere Spannweiten von Personen, die wir kennen. Und da muss man das eben anders machen. Und da war schon ein Team dahinter, das das richtig gut gemacht hat.

RALPH BREAKS THE INTERNET

Vanellope hat ja ihre große Gesangsszene in „Chaos im Netz“, „Slaughter Race“…

Whoa! Danke, dass du es ansprichst! Awww, Slaughter Race, geil!

…und vor allem ist es komponiert von dem Disney-Song-Guru schlechthin: Alan Menken. Wie hat sich das angefühlt?

Es war so geil! Sie haben mich erst gefragt „Naja, wir sind uns nicht nicht sicher… kannst du denn singen?“. Und ich: „Du… ahhh, locker! Locker schaffe ich das, locker!“. Aber das ist ja alles bisschen mit Charge. Ich weiß, dass ich singen kann, aber in der „Vanellope-Sprache“, in der großen Disney-Welt… Ich hab aber nie daran gezweifelt. Dann war ich im Studio und es war so viel einfacher als ich gedacht habe. Da saß die Disney-Chefin und nachdem ich das eingesungen habe, hat sie geweint. Und da wusste ich: „Hey Anna, ja, geil. Auch das hast du gemeistert“. Also: Es geht alles.
Einen Disney-Song zu haben – mal ganz ehrlich? What the…?! Richtig geil.

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Ist Vanellope ein Teil von dir oder eine Facette, die du dir angeeignet hast?

Ich glaube schon – beides. Eine Facette, die ich mir angeeignet habe, weil du gewisse Sachen einfach üben musst. Aber ist es auch irgendwie in mir drin. Ich weiß nicht, es kam zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Sie ist einfach da, es war einfach cool. Und es hat einfach gepasst. Ich glaube beides. Sie ist ja cool, dafür muss man sich ja überhaupt nicht schämen. Sie ist einfach richtig geil, die „Kleene“.

Wärst du traurig, wenn das echte Internet mal kaputt gehen würde? Brauchst du das?

Du, ich bin Zeiten aufgewachsen, wo noch gar kein Internet da war. Ich komme also ganz gut klar, wenn es nicht mehr da ist. Aber es wäre schon nicht so cool… (lacht)

Danke für dieses tolle Interview!

Bilder: Disney

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