Frozen 2: Disney kündigt zweiten Teil zu „Die Eiskönigin“ an

Frozen 2: Disney kündigt Sequel zu "Die Eiskönigin" an

Disney hat offiziell bei der Aktionärsversammlung von The Walt Disney Company verkündet, dass es einen zweiten Teil zum Animationsfilm „Die Eiskönigin“ geben wird. Die Regisseure Chris Buck und Jennifer Lee werden ebenfalls bei Der Fortsetzung „Frozen 2“ dabei sein wie Josh Gad als Stimme des Schneemanns Olaf. Ob weitere Sprecher wie beispielsweise Idina Menzel als Elsa und Kristen Bell als Anna aus dem ersten Teil dabei sind, wurde nicht bekannt gegeben. Auch über einen Kinostart ist noch nichts bekannt, wobei man hier vermuten kann, dass Disney aufgrund des weiterhin anhaltenden Hypes um das Frozen-Franchise nicht lange warten möchte.

Was vielleicht zu Jubelstürmen bei Kindern und Fans von „Die Eiskönigin“ sorgt, kam beispielsweise in der Twittercommunity weltweit gefühlt eher gemischt bis tendenziell schlecht an:

Die Geschichte von Elsa und Anna ist zuende erzählt. Nicht auszudenken, was passiert, wenn man nun krampfhaft aus wirtschaftlichen Interessen versucht, an den ersten Teil Amit einer Fortsetzung anzuknüpfen. Das perfekte Beispiel dafür ist der neue, siebenminütige Kurzfilm „Die Eiskönigin – Partyfieber“, der seit heute vor der Märchenverfilmung „Cinderella“ in den deutschen Kinos läuft: Unnötig, nervig, schlecht. In meinen Augen ist der Kurzfilm einer der schlechtesten Disney-Kurzfilme seit Jahren. Wenn hier bereits die Qualität nicht stimmt – beim „Rapunzel“-Kurzfilm „Verfönt, verlobt, verheiratet“ hat es tatsächlich gestimmt -, fürchte ich ein Kinosequel umso mehr.

Jeder, der ein wenig wirtschaftliches Verständnis besitzt, wird sagen „Na klar, der Film war ein absoluter Hit, das Merchandise verkauft sich blendend, es war absehbar“. Jedoch markiert „Frozen 2“ eine Strategiewende bei Disney Animation, das im Vergleich zu anderen Studios wie Pixar oder DreamWorks mit Kinosequels äußerst sparsam umgegangen ist. Wenn man „Fantasia 2000“ und „Winnie Puuh“ außen vorlässt, wäre „Die Eiskönigin 2“ das erste Sequel seit 25 Jahren, als 1990 der zweite Teil von „Bernard und Bianca“ in die Kinos gekommen ist. Wenn man in der Vergangenheit Sequels produziert hat, dann durchaus als Direct-to-Video-Produktionen, die schnell, aber qualitativ durchschnittlich bis schlecht auf Video und DVD erschienen sind, für einen kleineren Markt und eine spitzere Zielgruppe. Natürlich ist eine solche Strategie ebenfalls dürftig, jedoch hat man bislang Sequels nicht zuletzt aus Qualitätsgründen eher aus dem Kino ferngehalten. Dass Disney erstmalig ein Sequel als Highlightfilm auserkort – und das wird „Frozen 2“ definitiv werden -, ist strategisch für ein Animationsstudio, das bislang nicht den „Teil 2“-Hype Hollywoods mitgemacht hat, eher besorgniserregend.

Ein böser Schelm, der denkt, Disney Animation hätte keine Ideen mehr, irrt sich: Mit „Zootopia“ und „Moana“ stehen zwei wundervolle Filmprojekte in den Startlöchern, die bereits aufgrund ihrer Handlung und Charaktere jetzt schon mehr als interessant klingen. Aber auch diesen Ideen könnte Disneys Ausbau des Franchises rund um die Eiskönigin ordentlich zusetzen. Disney hat dadurch offiziell das „Frozen“-Sequel, das sicherlich erneut eine breite Zielgruppe ansprechen soll, zur höchsten Priorität gemacht. Wie werden dann kommende Filme positioniert? Anna und Elsa werden in puncto Vermarktung strategisch weiterhin im Fokus stehen, während neue Charaktere, die wirklich wieder frischen Wind bringen könnten, vermutlich die zweite Wahl sein werden – ein Szenario, das aufgrund der „Cash Cow“ namens „Die Eiskönigin“ nicht unwahrscheinlich ist. Hausgemachte Kannibalisierung.

Und dann wäre noch der Hype an sich: Ich kann es nicht mehr sehen. Disney schafft es aktuell einen extremen Overkill an einem seiner erfolgreichsten Franchises zu produzieren. In den Disney-Themenparks weltweit kommt man an den Charakteren aus „Die Eiskönigin“ nicht vorbei: Plastikmerchandise für Kids in Hülle und Fülle, mäßig und schnell inszenierte Sing-a-long-Shows mit den Charakteren, eine alte Attraktion muss für „Die Eiskönigin“ weichen, wodurch auch das gesamte Konzept des amerikanischen Freizeitparks EPCOT in Walt Disney World Florida in sich zusammenfällt. Hier wird ein Franchise in Ecken hineingestopft, in die es oft nicht passt. Ob diese Strategie mittelfristig aufgeht, bezweifle ich. Meine Prognose: Die Übersättigung wird bei aktuellem Kurs schneller kommen als Disney lieb sein mag. Anstatt es hier wie damals beim Hype um den Erfolgsfilm „Der König der Löwen“ es gut sein zu lassen, feuert man hier noch künstlich an.

„Die Eiskönigin“ ist vom Franchise her betrachtet jetzt schon ein „Cars“ für Mädchen – übrigens ein weiteres Franchise des Disneykonzerns, was für eine spezielle Zielgruppe weiterhin ausgequetscht wird. Solange Disney nicht einlenkt, werden wir auch noch eine lange Zeit von Charakteren zu „Die Eiskönigin“ umgeben sein. Man darf hoffen, dass die angekündigten Animationsfilme wie „Zootopia“ und „Moana“ vom Publikum erfolgreich angenommen werden, um bei Disney nach weiteren Sequeleskalierungen die erhoffte Rückbesinnung zu erwirken – eine Rückbesinnung darauf, dass das berühmteste Animationsstudio der Welt und der dazugehörige Konzern es im Animationsbereich wirklich nicht nötig haben, sich akribisch an Sequels klammern zu müssen.

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