Disney•Pixars LUCA: Regisseur Enrico Casarosa und Produzentin Andrea Warren im exklusiven Interview

Ab nach Italien! Disney•Pixar bringt uns mit seinem neuesten Meisterwerk LUCA Sommerfeeling pur. Mit dem bereits 24. Animationsfilm der weltberühmten Animationsschmiede entführt uns Pixar in die atmosphärische Region Cinque Terre. Aber auch in die Tiefen des Mittelmeers, sind doch die Hauptcharaktere nicht zwei Jungs, sondern zwei Seemonster, die gemeinsam ein unvergessliches Abenteuer erleben. Zum Start des Pixar Films LUCA durfte ich mit Regisseur Enrico Casarosa und Produzentin Andrea Warren über das italienische Sommermärchen und die Inspiration dahinter im exklusiven Interview sprechen.

Nach dem tiefgründigen Film SOUL veröffentlicht Pixar erneut eine originale Geschichte, die man wirklich nur ins Herz schließen kann. Die beiden Jungen Luca und Alberto erleben in dem italienischen Hafendorf Portorosso einen wundervollen Sommer voller Eis, Wasserspaß und Vespas. Was zuerst nach einem gewöhnlichem Sommer klingt, birgt jedoch ein besonderes Geheimnis. Beide sind in Wirklichkeit Seemonster, die am tiefen Meeresgrund des Mittelmeers leben. Und das sorgt sowohl an Land als auch im Meer für viele Turbulenzen.

Für den perfekten Sommerfilm sorgte ein großes Team bei Disney•Pixar, das LUCA aufgrund der Pandemie komplett von Zuhause aus produzierte. Zum großen Start von Disney•Pixars LUCA durfte ich mit zwei von ihnen plaudern und ein wenig hinter die Kulissen blicken. Regisseur Enrico Casarosa (La Luna) und Produzentin Andrea Warren (Cars 3: Evolution, Lava) erzählen über die persönliche Note und Kindheitserinnerungen in Italien, die Bedeutung der Seemonster und die visuelle Inspiration von Disney•Pixars LUCA. Werft jetzt im Interview einen kleinen Blick hinter die Kulissen!

Zuerst vielen lieben Dank für LUCA! Für mich ist das nicht nur der perfekte Sommerfilm, sondern der perfekte Film in unserer heutigen Zeit mit einer so wunderbaren positiven Botschaft, die wirklich dringend gebraucht wird. Ich danke euch! Enrico, du kommst aus Genua. Und Luca handelt von zwei jungen italienischen Jungs, die ihre beste Sommerzeit in einer italienischen Hafenstadt verbringen. Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber das scheint für mich ziemlich persönlich zu sein. Gibt es in LUCA Kindheitserinnerungen und -erfahrungen von dir?

Enrico Casarosa: Ja, die gibt es! Ich hatte das große Glück, dass ich dort geboren wurde und die Region ist so schön. Wir haben den Sommer an der Riviera in kleinen Orten verbracht. Und mein bester Freund heißt wirklich Alberto. Das haben wir drin gelassen. Es ging viel darum, diese verspielten Tage einzufangen. Diese Tage, an denen man sich irgendwie in vielerlei Hinsicht herausfordert. Und unserer Freundschaft war es so, dass wir sehr unterschiedlich waren.

Und das hat mich irgendwie dazu gebracht, mich wirklich zu fragen: Wäre ich dieselbe Person, wenn ich ihn nicht getroffen hätte? Wäre ich in der Lage gewesen, meine Träume und Wünsche so sehr zu verfolgen? Weil Alberto definitiv ein Draufgänger war und jede Woche eine neue Leidenschaft hatte. So hat meine Kindheit viel, viel mehr Spaß gemacht. Ich war viel behüteter und schüchterner. Also ja, da ist eine Menge drin, das Setting und diese wunderbare Freundschaft.

Und dann ist die Reise von Luca ähnlich wie meine. Denn auch ich musste mich letztendlich entscheiden, in die Welt hinauszugehen. Ich war neugierig darauf, da rauszugehen und meine Träume zu verfolgen. Und ich musste diesen bittersüßen Moment erleben, in dem ich weggehen musste, aber auch auf mein Schicksal hoffte, das mich woandershin rief.

Nun, Luca und Alberto haben es als Seemonster nicht leicht und man merkt schnell, dass mehr dahintersteckt. Es geht nicht nur um Seemonster. Es ist eine Metapher. Was ist die Bedeutung des Seemonsters in LUCA?

Enrico Casarosa: Was ich am Seemonster seit dem ersten Pitch mochte: Jemand hatte mir gesagt „Oh, weißt du, als ich in dem Alter war, habe ich mich auch so gefühlt, dass ich war in meinem eigenen Körper war, irgendetwas stimmte nicht oder ich gehörte nie dazu“. Und das Wunderbare, das wir hier versucht haben zu erreichen, und das die Leute hoffentlich spüren: Wir wollten es dem Zuschauer offen lassen, dass er sein eigenes Gefühl der Verschiedenheit einbringen kann.

Giulia hat beispielsweise als Charakter ihre ganz eigene Art, sich fehl am Platz zu fühlen. Ihre Eltern sind geschieden und sie lebt ein bisschen an zwei Orten. Sie fühlt sich also an beiden Orten nicht wirklich zu Hause. Das ist natürlich für sie ein richtig großes Problem. Aber ich liebe es, dass die Metapher offen ist. Und ich hoffe, dass die Leute sich hier einbringen können, in welcher Art und Weise sie sich selbst anders fühlen. Hier ist wirklich die Botschaft: Freunde sind diejenigen, die sich nicht darum kümmern. Sie lieben dich, akzeptieren dich und dir sagen dir, besser als du es selbst weißt, dass du es schaffen kannst. Und das ist großartig.

Wenn wir über „Silencio Bruno!“ sprechen, dann geht es wirklich um uns. Wir selbst in unserem eigenen Kopf sind manchmal nicht in der Lage, uns selbst zu akzeptieren oder glauben, Dinge tun zu können. Daher lieben wir, dass Alberto derjenige ist, der sagt „Wir können das! Zusammen können wir das!“. Wir wollten es absichtlich offen lassen, damit es jeder kann. Ich bin mit dem Gefühl aufgewachsen, ein bisschen nerdig zu sein. Aber ich habe das Gefühl und hoffe, dass hier viele andere Menschen noch mehr einbringen und ihre Erfahrungen darauf projizieren werden.

Ich denke, das ist eine großartige Botschaft. Und für mich ist LUCA so ein inspirierender Film, besonders die 2D-ähnlichen Animationen, die kreativen Zwischensequenzen sind die besondere Verwendung der Farben, um das italienische Feeling zu bekommen. Woher habt ihr die Inspiration für diese schöne Visualität in LUCA bekommen?

Enrico Casarosa: Ja, es ist eine wunderbare Mischung des Ortes – und der ganz besonders. Daher mussten wir das wunderschöne Wasser einfangen. Es ist tieferes Wasser, das direkt nach unten geht, damit es kein tropisches Flair bekommt. Vieles ging vor allem darum, diesen Ort einzufangen, weil es eben ein wunderschöner Ort ist. Und es ist auch ein bisschen anders als das, was wir in der Vergangenheit gemacht haben. Auf der anderen Seite haben wir uns von den Filmen inspirieren lassen, die wir lieben. Von italienischen Filmen, von Fellini und diesen wunderschönen Traumsequenzen.

Hayao Miyazaki ist ein Filmemacher, der für mich immer etwas besonderes war. Mit ihm und mit viel japanischer Animation bin ich in den 80er Jahren in Italien aufgewachsen. Daher ist das in meinem Herzen geblieben: Future Boy Conan, Mein Nachbar Totoro – diese Kinderwelt, die immer geliebt habe. Die eingefangen hat, wie sich Kinder fühlen. Das waren also einige der Inspirationen, die wir eingebracht haben.

Und ich wollte wirklich diese künstlerische Seite einbringen. Computeranimation kann genau und präzise sein. Wenn man aber manchmal nicht aufpasst, ist es zu fotorealistisch oder kalt. Wir haben uns daher schöne Aquarelle von John Singer Sargent mit seinen Reflexionen in Venedig angeschaut, diese wunderschönen Wasserfarben. Oder auch Holzschnitte. Diese Reflexionen sind so schön vereinfacht. Also wollten wir diese Art von Kunst- und Handwerk, die Unvollkommenheit, die Wärme und Texturen der Wasserfarben auf Papier rüberbringen. Das passt gut zur Verspieltheit des Films. Wir haben wirklich an alles gedacht, auch an die Art, wie die Charaktere sich bewegen. Das wollte ich dieses Mal ein bisschen anders machen. Es ist ein bisschen spielerischer in der Art, wie sie sich bewegen, weil wir es so ausdrucksstark wie möglich machen wollen.

Andrea Warren: Enrico hat es schön beschrieben, aber ja, das sind alles Dinge, die uns an diesem Film so begeistert haben. Und es bedeutet uns wirklich sehr viel, eure Reaktionen darauf zu hören. Und wie du bereits sagtest: Wir haben damit nicht gerechnet. Niemand von uns wusste, dass diese Pandemie kommen würde und in welchem Zustand die Welt zu dem Zeitpunkt sein würde, an dem wir den Film veröffentlichen wollten.

Aber wir hoffen, dass es den Zuschauern diese Flucht in den Sommer, die sie brauchen, ermöglicht. Und die Reise nach Italien. Wir wünschten, wir könnten sie machen, aber wir werden noch warten müssen. Daher hoffen wir, dass wir den Leuten ein bisschen davon geben können.

Seht hier auch das komplette Interview zu Disney•Pixars LUCA mit Regisseur Enrico Casarosa und Produzentin Andrea Warren als Video in voller Länge:

Danke an Enrico Casarosa und Andrea Warren für das tolle Interview zum neuen Pixar Film LUCA!

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Bilder: Disney/Pixar, Deborah Coleman

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