Disney China Trip: Flug nach Shanghai – Tag 1 & 2

Weihnachtszeit, Sofazeit. Und vor allem Zeit, sich Dingen zu widmen, die schon lange auf den To Do-Listen stehen. Dazu gehört auch mein großer Reisebericht zu meinem großen Disney China Trip nach Shanghai und Hong Kong, den ich nun offiziell starte – mit vielen Bildern und Einblicken in Shanghai Disneyland, dem neuesten Disney Park weltweit, und Hong Kong Disneyland! Los geht’s!

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Nun, warum China? Eigentlich ist der Grund recht pragmatisch: Ich hatte im September noch fünf Urlaubstage für 2016. In fünf Tagen – also quasi einer Woche – kann man jetzt nicht viel machen. Oder etwa doch? Ich wollte keinesfalls zuhause bleiben, daher war die Idee zuerst: Anaheim. Ich vermisse Kalifornien und das Ur-Disneyland seit meinem ersten und bislang einzigen Besuch in 2014. Und Wiederholungen in Sachen Urlaub finde ich nicht schlimm, vor allem wenn es um Orte geht, an denen man einfach abschalten, erholen und Spaß haben kann.

Aber irgendetwas sagte mir: „Mach‘ was anderes, erlebe etwas Neues!“. Doch nur was? Tokyo ist lange schon auf meiner Disney Bucket List ganz weit oben, nur ist hier eine Woche einfach zu kurz. Hong Kong Disneyland ist vielleicht für eine Woche zu wenig. Bis dann meine Mum den entscheidenden Einwurf gab: „Wir könnten ja nach Shanghai und Hong Kong?!“. Und da war der Groschen gefallen. Eine Woche für diese zwei Megacities ist gewagt – aber für einen erlebnisreichen Sneak Peek würde es allemal reichen.

Innerhalb weniger Stunden waren dann die Flüge Stuttgart – London – Shanghai – Hong Kong – London – Stuttgart gebucht. Disney-Hotels in Shanghai und Hong Kong ebenfalls. Und ich war völlig außer mir: Ich fliege nach Asien zum ersten Mal. Nach Shanghai Disneyland und Hong Kong Disneyland. Für einen großen Disney Parks Liebhaber wie mich ist das einfach nur unglaublich – und aufregend zugleich. Wie groß ist der Kulturschock? Sind die Klischees über Chinesen wirklich wahr? Ist das neue Schloss in Shanghai Disneyland wirklich so massiv wie alle sagen?

Und dann war der Tag da: Tag X. Samstag, der 17. September 2016. Unspektakulärer Flug nach London, der aber beim Check-in einige Nerven aufgrund der Fehlinformation des Bodenpersonals kostete. Nach Shanghai darf man seit Ende Januar 2016 visafrei für 144 Stunden einreisen, wenn man die Auflagen erfüllt – zum Beispiel in Form eines weiteren Flugtickets von Shanghai nach Hong Kong. Ganze 20 Minuten standen wir am Gate, weil das Personal diese neue Regelung nicht kannte und uns damit extrem verunsicherte. Erst nach einem Anruf beim Londoner Büro von British Airways (!) hieß es: „Sorry. Stimmt, Wussten wir nicht“. Durchgeschwitzt vor minimaler Panik – aber dafür war der Weg Richtung China endlich frei.

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In London wartete auf uns dann der Dreamliner der British Airways. Wer mich kennt, weiß: Ich mag Flugzeuge. Und ich schaue mir die Flugzeuge der jeweiligen Flugrouten immer an, bevor ich buche. Daher war die Spannung auf das Flaggschiff von Boeing groß. Schickes Mood Lighting soll Jet Lag signifikant reduzieren – und das kann ich so nur bestätigen. Richtig toll ist auch die Verdunkelung der Fenster – ohne billigen Plastikschieber, sondern durch intelligente dunkle Farbabstufung wie auf einem Monitor, bei der man immer noch hinausschauen kann. Fantastische Erfindung. Das Manko jedoch: Die extrem enge 3-4-3-Bestuhlung und 70 Minuten Verspätung durch technische Probleme. Sowas braucht man natürlich vor einem Langstreckenflug nicht unbedingt. Auch wenn ich keine Flugangst habe, habe ich jedes Mal Respekt – und solche Dinge vergrößern diesen nur umso mehr.

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Mit großartiger Musik von Kaytranada auf den Ohren und Anti-Jet-Lag-Licht ging es nach Neustart des Bordcomputers mit British Airways von London Heathrow über die Ostsee, Russland und Mongolei direkt nach China. Am Flughafen waren schon in der Ankunftshalle große Plakate für Shanghai Disneyland, die die Vorfreude noch mehr steigerten. Wie in den USA muss man hier durch den Einreisebereich mit äußerst strikten und autoritär chinesischen Mitarbeitern, die einen mustern wie Spione. Wer sich über die Amerikaner und die Immigration Area aufregt, sollte nach China gehen. Das schlechte Englisch der Chinesen macht dabei den Einreiseprozess nicht einfacher.

Nach 15 Minuten voller Unterlagen kopieren (es wird alles kopiert!), Adressen und Pässe checken, waren wir endlich durch. Ab ins Taxi – mit fehlenden Sicherheitsgurten, was einem erstmal als sicherheitsliebender Mensch erst einmal nicht sonderlich gut vorkommt. Dann kassierte der Taxifahrer auch noch zweimal ab und druckte nach der Hälfte einen weiteren Beleg aus – der wohl offensichtlich bei westlichen Touristen gerne mal ausgedruckt wird. Leider spürt man hier die Abzocke von ausländischen Touristen zu sehr. Aber hey, bei Disney wird das zum Glück nicht der Fall sein – also durchhalten!

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Und ein paar Autobahnstrecken habe ich in der Ferne in den Vorstadtgebieten von Shanghai die Türme des neuesten Disney-Schlosses – dem Enchanted Storybook Castle – entdecken können. Wenige Minuten kamen wir direkt im Shanghai Disney Resort am Toy Story Hotel an, unserem gebuchten Hotel. Beim Aussteigen grüßten uns bereits motivierte und lächelnde chinesische Cast Member und nahmen uns unser Gepäck ab – danke, so muss das sein. Das ist Disney! Und schon fühlt man sich in China um Welten wohler.

Unser Zimmer war entgegen unserer Hoffnung noch nicht fertig, weswegen wir im Schnellverfahren und etwas gebeutelt durch den langen Flug schnell neue Klamotten überwarfen und gleich in die Stadt mit der Shanghai Metro fuhren, um den ersten Tag nicht völlig offen zu lassen, sondern die Innenstadt von Shanghai so gut wie möglich in einem Tag zu erkunden. Straffes Programm, aber möglich. In die Stadt braucht man je nach Verbindung und Umsteigezeiten eine knappe Stunde. Wer die Stadt also mehrere Tage erleben möchte, sollte sich besser ein Hotel in Shanghai nehmen – für einen Disney Trip sind die Hotels am Shanghai Disney Resort hingegen perfekt gelegen und mit Shuttlebussen mit dem Park perfekt verbunden.

Und dann stiegen wir nach einer Stunde aus – mitten in Lujiazui, dem großen Finanzviertel, der durch verrückte Wolkenkratzer und gigantische Shoppingzentren mit über 800 Geschäften geprägt ist. Hauptziel für mich – nach ikonischen Hochhäusern wie dem Oriental Pearl Tower -, wie sollte es auch anders sein: Der Disney Store – Flagshipstore und einziges Ladengeschäft von Disney in China. Der Store ist außen sehr extravagant gestaltet und besitzt einen kleinen Glockenturm, der alle 15 Minuten eine Show mit Glockenspielfiguren von Marvel über Pixar bis hin zu Star Wars. Und dort glühte zum ersten Mal die Kreditkarte bis aufs Äußerste.

Anschließend wollten wir ein wenig traditionelle Luft schnuppern, also ab mit der Metro Richtung Yuyuan Gardens, der Altstadt von Shanghai. Um den Garten herum erschließt sich ein großes Basar-Labyrinth mit Geschäften und Restaurants in alten chinesischen Gebäuden, die durch ihre asiatischen Details wirklich eine Augenpracht sind. Überall roch es nach süßlichen und säuerlichen Gerüchen, die ich bislang noch nie in meinem Leben gerochen habe. Eine wunderschöne Ecke, die man bei einem Shanghai-Trip auf jeden Fall mitnehmen sollte.

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Von dort aus wanderten wir über kleine Parks an das Flussufer, um die charakteristische Skyline von Shanghai zu bewundern. Der Bereich The Bund ist ein Flussufer, das durch die damalige Kolonialisierung Shanghais geschaffen wurde. Und als westlicher Tourist fühlt man sich hier tatsächlich äußerst wohl. Zahlreiche wunderschöne Gebäude säumen die Straßen, die auch locker in New York oder London stehen könnten.

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China: ein Land der Gegensätze. Alte chinesische Architektur trifft auf die welthöchsten Wolkenkratzer. Aber ein Land des Lächelns? Lächeln haben wir ehrlich gesagt nur bei Disney gesehen. Und war ein Zustand, den ich leider auch negativ in Erinnerung behalten werde. Ich kenne viele, die ungern nach Frankreich fahren, weil die Mentalität sehr unfreundlich ist. Diesen Leuten würde ich nie raten, nach China zu fahren. Dort regieren Ellenbogen – egal ob auf der Straße oder in der Metro. Das ist in meinen Augen auch der größte Kulturschock für einen Europäer: Rücksichtslosigkeit. Passanten gehorchen noch nicht mal den Verkehrspolizisten auf der Straße trotz extrem lauter und brüllender Anweisungen. In der Metro lässt man keine Leute erst einsteigen, man drängelt sich alle geballt rein und schmeißt sich mit Karacho auf die freien Plätze. Wie beim Spiel „Reise nach Jerusalem“ – und das mit einem Duft, bei dem man vermutet, dass die Chinesen entweder ziemlich auf Moschusöl stehen oder sich in der Metro regelmäßig „auslüften“.

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Der Wechsel von Tag zu Nacht ist am Bund tatsächlich aber wunderschön – und leider auch extrem überfüllt, weil es die Touristenattraktion schlechthin ist. Pünktlich um 19 Uhr zum Glockenschlag einer Turmuhr gehen alle Lichter der Skyline an und leuchten in allen nur erdenklichen Farben. Das war ein Highlight und ein Schauspiel, wie man es wirklich nur in Asien erleben kann.

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Trotz Ellenbogenmentalität und Respektlosigkeit: Wir waren in China. Wir waren in Shanghai. Und hatten alles gesehen, was für uns an einem Tag möglich war. Also ab in die Metro, zurück nach Shanghai Disneyland, noch schnell das Feuerwerk vor den Toren von Shanghai Disneyland angeschaut und dann ging es ab in unser frisches Hotelzimmer im Toy Story Hotel. Sehr prägnant: Alle Disney-Hotels in Asien sind parfümiert. Und zwar stark. Die Lobbys riechen stärker als jeder „Hollister“- oder „Abercrombie & Fitch“-Store. Angenehm, aber für Europäer gewöhnungsbedürftig.

Das Hotelzimmer selbst: Eine wahre Überraschung. Weiches Bett, sauberes und vor allem sehr ruhiges Zimmer – sogar mit Blick auf die Achterbahn „TRON Lightcycle Power Run“ und einen Teil des Enchanted Storybook Castles. Die Ausstattung gefällt sehr: Überall entdeckt man Toy Story Charaktere und Elemente, der Nachttisch ist ein übergroßer Rubik Cube. Man merkt, wie neu das Zimmer ist und wann hat man schon die Möglichkeit, in einem brandneuen Disney-Hotel zu übernachten? Also ab ins Bett – Ausruhen für den nächsten Tag. Denn da sollte es endlich soweit sein: Der erste Besuch im Shanghai Disneyland. Die Aufregung ist auf einem Maximum angelegt!

Teil 2 von Tag 3 folgt bald. Stay tuned. Und danke schon mal für’s Lesen.

7 Gedanken zu „Disney China Trip: Flug nach Shanghai – Tag 1 & 2

  1. Hallo Bianca, habe jetzt erst diesen Reisebericht entdeckt. Einfach super! Plane dieses Jahr auch Hong Kong und Shanghai…
    Da ich Regelmäßig im MSE Forum bin: magst du da nicht den verlinken? Fände sicher viel Anklang!

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  2. Hallo, ich war kürzlich im Disneyland Shanghai. Mich würde deine Meinung interessieren. Teil 2 des Blogeintrags ist ja bisher nicht erschienen, wenn ich das richtig sehe.

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    1. Richtig, bislang bin ich leider nicht dazugekommen. Der Park ist sehr gut, richtig schön neu und sehr innovativ – vor allem wenn es um die Technologien geht -, kommt aber für mich nicht ganz an amerikanische Standards ran 🙂

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